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Unfassbar knapp gescheitert

Ulf Jung verpasst den Sprung in die Jugend Nationalmannschaft

 

Jahr für Jahr wird im Kanuslalom über vier Wettkämpfe an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden ausgefahren, wer in der laufenden Saison bei WM und EM Deutschlands Farben vertreten darf und Teil der deutschen Nationalmannschaft sein wird. Nicht nur bei den erwachsenen Damen und Herren müssen sich die Slalomkanuten jedes Mal aufs Neue beweisen, sondern auch bei den Jugend- und Juniorenfahrern (15-18 Jahre) wird ermittelt, welche drei besten Athleten des Gesamtklassements bei den Jugend –und Junioren Welt- und Europameisterschaften an den Start gehen dürfen. Dieses Jahr fuhr der 18-jährige Höheischweilerer Ulf Jung, der für die Wassersportfreunde Zweibrücken paddelt, mit großen Hoffnungen und Erwartungen zu den Qualifikationsläufen nach Augsburg und Markkleeberg. Tief enttäuscht, da denkbar knapp am großen Ziel gescheitert, trat er am Sonntagabend den Heimweg an. Doch der Reihe nach:

 

Am vergangenen Wochenende fanden auf dem legendären Augsburger Eiskanal die ersten beiden Läufe statt. Samstags fuhr Jung souverän in das Finale der besten Zehn und wurde dort insgesamt dann Sechster. „Nicht optimal, aber noch lange nichts für das Gesamtklassement verloren“, fasste Trainer Angel Perez diesen ersten Wettkampftag zusammen. Doch am zweiten Tag in Augsburg konnte Ulf im Finallauf dem Druck scheinbar nicht standhalten und fuhr am vorletzten Slalomtor einen groben Fahrfehler und wurde somit lediglich Zehnter. Alle Pläne und Ziele, für die der Pirmasenser Gymnasiast, der dankenswerterweise für dieses Mammutprojekt zwei Wochen vom Immanuel-Kant-Gymnasium Pirmasens freigestellt wurde, schienen sich in Luft aufzulösen und RLP-Landeskadertrainer Florian Schlegel hatte eine Woche lang damit zu tun, ihn mental für die Wettkämpfe drei und vier in Markkleeberg bei Leipzig wieder aufzubauen. Schließlich fließen immer nur die drei besten Platzierungen in die Wertung des Gesamtergebnisses ein, sodass man sich durchaus auch einen Ausrutscher erlauben kann. Offensichtlich ist dies Schlegel gut gelungen, denn am ersten Wettkampftag in Markkleeberg fand Jung in die Spur zurück. In einem überragenden Finallauf gewann er dieses Rennen und hielt sich so die Chance, sich am letzten Tag in Rennen vier noch für das Nationalteam zu qualifizieren, weiter offen. Und auch diese letzte Regatta war von Ulf Jung richtig stark gefahren, denn er belegte Rang zwei. Doch durch die Konstellation und die Ergebnisse der anderen reichte dies in der Endabrechnung „nur“ für den vierten Platz und einem Punkt Abstand auf den dritten Rang, der zur Teilnahme an WM und EM berechtigt hätten. Jung selbst war direkt danach nicht für ein Gespräch zu erreichen, aber sein Trainer Perez brachte es in einem kurzen Telefonat auf den Punkt: „Uns ist zum Weinen, denn wenn man sieht, was dieser Ausnahmeathlet an Disziplin, Trainingsfleiß, Willen und Motivation über Jahre hinweg an den Tag gelegt hat, dann kann man sich vorstellen, wie groß im ersten Moment die Enttäuschung ist.“ Dennoch konnte der WSF Zweibrücken sich über ein überaus gutes Ergebnis in selbiger Qualifikation des 16-jährigen Bruders Holger Jung freuen. Er fuhr in den insgesamt vier Rennen auf die Plätze 30 und 16 in Augsburg, sowie 16 und 13 in Markkleeberg unter den insgesamt 33 Startern. „Das sieht auf den ersten Blick nicht überragend aus, aber wenn man genau betrachtet sieht, dass Holger als 16ter im Gesamtklassement zweitbester seines Jahrgangs ist und immerhin noch zwei weitere Jahre die Chance hat, ganz nach vorne zu fahren, dann lässt das für die Zukunft hoffen“, so Kadertrainer Florian Schlegel und Heimtrainer Perez ergänzt nochmals im Hinblick auf Ulf Jung: „Ihm wünschen jetzt einfach die Kraft nach der ersten Enttäuschung aufzustehen, sich wieder zu fangen und im kommenden Jahr eventuell nochmals anzugreifen. Er ist und bleibt ein außergewöhnlicher Slalomkanut“.

Ulf Jung hat das Ziel fest im Blick – und scheitert dennoch denkbar knappUlf Jung hat das Ziel fest im Blick – und scheitert dennoch denkbar knapp